Wieso keine Milch-Produkte? Teil 1 – Gesundheit

Wie Ihr wisst bin ich auf der Suche nach Ersatz für Kuhmilch und generell für Milchprodukte. Da ist mir eingefallen, dass ich noch gar nicht geschrieben habe, wieso ich eigentlich keine Milchprodukte mehr konsumieren möchte. Weil der Blogbeitrag so lange wurde, gibt es zwei Teile davon – im zweiten werde ich über meine ethischen Beweggründen schreiben.

Habt Ihr auch schon von Kindesbeinen an gelernt, dass Kuhmilch für uns Menschen und besonders für Kinder gesund ist? Deshalb kaufen verantwortungsbewusste Mütter ihren Kindern Produkte „mit dem Besten aus der Milch“. Und die Werbung zeigt uns auch kräftige junge Männer, die lustvoll Kuhmilch trinken.

Die in der Deutschen Milchwirtschaft arbeitenden 4,3 Millionen Milchkühe produzieren jährlich Kuhmilch im Wert von 12 Milliarden Euro! Ein gigantischer Markt mit einer sehr starken Lobby.

Es gibt eine paar Standardargumente gegen Milch. Mit denen möchte ich Euch nicht langweilen. Die könnt ihr besser auf PeTA nachlesen: PeTA – 7 gute Gründe gegen Milch.

Gesunde Milch? Nicht belegbar.

Spannend finde ich, dass Experten immer noch darüber diskutieren, ob Milch gesund ist oder ungesund. Das lässt aufhorchen. Denn wenn Milch wirklich gesund wäre, wieso kann das nicht durch unabhängige wissenschaftliche Studien eindeutig belegt werden? Dann wäre die ganze Diskussion vom Tisch.

Wenn ich Milchwirtschaft wäre, dann hätte ich schon längst eine einwandfreie und nicht widerlegbare Studie durchführen lassen die unzweifelhaft belegt, wie gesund Milch ist. Es geht schließlich um einen Milliardenmarkt.

Nur – eine solche Studie gibt es nicht. Statt dessen wird ständig über den Sinn oder Unsinn von Milchkonsum gestritten. Sobald mal eine Studie auftaucht die es auch nur im Ansatz vermuten lässt, Kuhmilch wäre ungesund, wird sie durch die Milchlobby als falsch dargestellt, lächerlich gemacht oder ignoriert.

Eine solche ignorierte Studie ist die großangelegte unabhängige Studie von der Harvard Public School for Health. Wissenschaftler haben 75.000 Frauen über einen Zeitraum von zwölf Jahren getestet hinsichtlich des Effektes von Milch auf ihren Körper, besonders aber wie es sich mit ihren Knochen verhält. Bei diesen sollte man erwarten, dass sie durch das Kalzium aus der Kuhmilch widerstandsfähiger werden. Waren sie aber nicht, ganz im Gegenteil: die Studienteilnehmerinnen hatten sogar ein höheres Knochenbruch-Risiko.

Erklärt wird dieser Zusammenhang mit der Übersäuerung des Körpers, der durch häufigen Milchkonsum ausgelöst wird. Zur Neutralisation entzieht der Körper den Knochen ihren Kalziumvorrat, wodurch die Anfälligkeit für Osteoporose steigt.

Die Studie selbst findet Ihr im englischen Orignaltext hier: http://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/calcium-full-story/

Aber noch mehr Nachteiliges der Milch hat die Studie heraus gefunden. Beispielsweise fördern die tierlichen Fette aus der Milch Herzkrankheiten. Nicht zuletzt trägt Milch zu der Zivilisationskrankheit „Übergewicht“ seinen guten Teil bei.

Kein Milch – kein Kalzium?

Wer sich vegan ernährt wird oft besorgt darauf hin gewiesen, dass er unbedingt auf sein Kalzium achten sollte.

Kalzium beschaffe ich meinem Körper unter anderem über dunkelgrünes Blattgemüse (außer Spinat – das geht nicht), Brokkoli, Nüsse, Mandeln, Tofu und Sonnenblumenkerne. Und über meine mit Kalzium angereicherte leckere Reis- oder Sojamilch. .

Am Meisten helfe ich meinem Körper auch dadurch, dass ich das Ausschwemmen von Kalzium vermeide. Beispielsweise indem ich meinen Kaffee-Konsum drastisch reduziert habe und generell keine Coca-Cola oder andere koffeinhaltigen Getränke trinke. Damit Kalzium vom Körper gut aufgenommen werden kann, ist Vitamin D (30 Minuten unter freiem Himmel) und Magnesium wichtig.

Kuhmilch habe ich als Erwachsener sowieso kaum zu mir genommen – die Umstellung fiel mir nicht schwer. Nicht leicht war die Umstellung in Bezug auf den leckeren Käse, Schokolade, Butter, Eis, Joghurt und Sahne zum Kochen.

Wer sich überlegt auf vegan Ernährung umzustellen, den kann ich beruhigen. Es ist nur in der Umstellungsphase schwierig. Fast wie beim Entzug wenn man mit dem Rauchen aufhört. Nach einigen Tagen wird die geänderte Ernährung zur neuen Gewohnheit und damit zur gelebten Normalität.

Es gibt für viele Milchprodukte Alternativen – falls diese wirklich für Dich notwendig sein sollten. Tollen veganen „Käse“, der auch super schmilzt beim Überbacken. Leckere vegane Schokolade. Gesunde Bio-Margarine die (fast) wie Butter schmeckt. Soja-Joghurt, Soja-Sahne…

Zwischenfazit: Mir zumindest geht es ohne Kuhmilch-Produkte sehr gut;-)

Werbeanzeigen

Über Martin

Veganer Weltverbesserer.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Wieso keine Milch-Produkte? Teil 1 – Gesundheit

  1. Hallo!

    Ich habe inzwischen auch die Milchprodukte reduziert. Ganz „clean“ bin ich nicht, aber ich merke jetzt schon, dass mir das sehr gut tut.

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

  2. Martin schreibt:

    Hallo Maria – es freut mich dass die Milchprodukt-Reduktion Deinem Körper gut tut!

    lg
    Martin

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Wieso keine Milch-Produkte? Teil 2 – Ethik | Hundert mal Veggie

  4. Pingback: Mandelmilch | Hundert mal Veggie

  5. Pingback: Veganer sehen gut aus! | Hundert mal Vegan

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s