Sojamilch

Inzwischen haben wir je zwei Varianten von Reismilch und Mandelmilch in unserer Testreihe für pflanzliche Milch aufgenommen. Zur Erinnerung: Jede Pflanzenmilch wird von meinen Kindern und mir als Kaltgetränk, erhitzt und als Kakao getestet.

Heute kam Sojamilch an die Reihe. Die ist übrigens keine neue „vegane Erfindung“, sondern wird in China seit über 2.000 Jahren hergestellt. Die Kinder hatten sie vor einiger Zeit schon einmal probiert und für ungenießbar erklärt. Deshalb war diese Milch-Alternative (eigentlich) vom Test ausgeschlossen.

Dennoch – im Lebensmittelmarkt hatte ich eine Sojamilch von Alpro entdeckt („SOYA Original – lieblicher Geschmack“). Und da pflanzlicher Milch von jedem Hersteller komplett anders schmecken kann, gab ich ihr nochmal eine Chance.

 

sojamilch-alpro

Sojamilch von alpo.

Diese Sojamilch hat mich und die Kinder voll überzeugt. Sie bringt auch Kalzium, Vitamin B12 sowie die Vitamine B2 und D2 mit. Das gefällt mir natürlich, da diese Vitamine bei veganer Ernährung besonderes Augenmerk erhalten und ich Kalzium für meine Kinder in der Wachstumsphase wichtig ist, welches zusammen mit Vitamin D sehr gut vom Körper aufgenommen wird. Kalt schmeckt sie lecker, leicht süsslich und bringt einen Hauch von Vanille mit. Auch erhitzt bleibt sie schmackhaft, ganz im Gegensatz zur Reismilch.

Der Sojamilch wurde als Süßungsmittel weißer Rübenzucker zugesetzt. Der Zuckergehalt liegt bei 2,3g/100 ml. Zum Vergleich: Kuhmilch hat mit etwa 5g/100ml einen mehr als doppelt so hohen Zuckergehalt.

Den Kakao bereitete ich wegen der bereits vorhandenen Süße der Sojamilch mit ungesüßtem Kakao-Pulver zu. Meiner Tochter fanden ihn sehr lecker. Mein Jüngster bekam ihn nicht runter, was bei ihm auch Tagesform sein kann. So trinkt er lieber die Sojamilch kalt.

So gut die Milch schmeck, es gibt auch Schattenseiten.

Zunächst ist diese Alpro-Variante im Lebensmittelmarkt nicht Bio-Qualität. Das soll der Sojamilch keinen Abbruch tun, da es mit der Bio-Marke „Provamel“ eine alternative Möglichkeit aus dem Hause Alpro gibt. Leider ohne zusätzliche Vitamine und auch nicht in meinem Lebensmittelmarkt.

Alpro tritt als belgisches Unternehmen auf. Das ist es seit 2009 nicht mehr, inzwischen gehört dem amerikanische Konzern WhiteWave Foods, der wiederum bis 2013 ein Teil der umstrittenen US-Molkerei-Giganten Dean Foods war. Das allerdings verschweigt Alpro auf der eigenen Webseite geflissentlich.

Möglicherweise erklärt das, dass nur ein Drittel der Alpro- und Provamel Sojabohnen in Westeuropa wachsen, hauptsächlich in Frankreich. Die anderen zwei Drittel werden per Schiff aus Kanada importiert. Andere Marken schaffen es, ihre Bohnen ökologischer komplett aus Europa zu beziehen.

Dennoch bleibt Alpro+Calcium der bisherige Testsieger – bis ihn vielleicht Provamel oder andere europäische Anbieter vom Thron stoßen, die immer wieder einmal auf dem Prüfstand gehoben werden.


[Nachtrag 28.12.15] Inzwischen haben wir die Sojamilch von Provamel getestet. Positiv ist, dass die Inhaltsstoffe Bio-Qualität haben und das Kalzium von Meeresalgen stammt. Die Provamel-Sojamilch hat einen um 2% höheren Sojagehalt und wird mit Rorohrzucker gesüßt und enthält keine zusätzlichen Aromen. Dadurch schmeckt sie getreidiger, weniger süß und der Vanillegeschmack fehlt. Fazit: Provamel schmeckt weder mir noch meinen Kindern und ist für uns keine Alternative.

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Über Martin

Veganer Weltverbesserer.
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5 Antworten zu Sojamilch

  1. Hallo Martin,
    ich verfolge Deine Versuchsreihe sehr interessiert … Bei uns is(s)t bisher zwar „nur“ unsere 16-j. Tochter vegetarisch, aber auch wir essen nicht viel Fleisch und versuchen immerhin, mit weniger Milch und Eiern auszukommen… Sojaprodukte meide ich im Allgemeinen, allerdings hört sich Dein Bericht über die leckere Sojamilch ganz gut an – bis auf die Herkunft ;-).
    Bin gespannt auf Eure weiteren Erfahrungen und wünsche ein frohes Weihnachtsfest ! :-). LG Birthe

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  2. Martin schreibt:

    Hallo Birthe, inzwischen haben wir die Sojamilch von Provamel getestet. Positiv ist, dass die Inhaltsstoffe Bio-Qualität haben und das Kalzium von Meeresalgen stammt. Die Provamel-Sojamilch hat einen um 2% höheren Sojagehalt und wird mit Rorohrzucker gesüßt und enthält keine zusätzlichen Aromen. Dadurch schmeckt sie getreidiger, weniger süß und der Vanillegeschmack fehlt. Fazit: Provamel schmeckt weder mir noch meinen Kindern und ist für uns keine Alternative.
    Ich wünsche Euch noch erholsame Feiertage und ein gutes Ankommen im Neuen Jahr!
    Liebe Grüße, Martin

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  3. Pingback: Der perfekte Milch-Ersatz | Hundert mal Veggie

  4. majorneryz schreibt:

    Habt Ihr mal die von DM probiert? Die mag ich zB sehr gern. Ist aber absolut Geschmackssache – jeder hat da so „seine“ spezielle Marke. Fürher hatte ich immer die von Alnatura, jetzt gibt es auch eine DM-Marke, die mir sehr gut schmeckt. (PS: meine ersten Sojajoghurts musste ich entsorgen, ich hab sie nicht runtergekriegt, so war ich an die Geschmack von Kuhmilchjoghurts gewöhnt. Mittlerweile kann ich letztere nicht mehr essen^^. Ist also auch etwas Gewöhnung. Die Sojajoghurts muss ich inzwischen immer im Haus haben, so gern mag ich die jetzt).

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    • Martin schreibt:

      Spannenderweise ist die von Alnatura zur Zeit der Favorit, obwohl diese den Kids am Anfang überhaupt nicht geschmeckt hat. Wahrscheinlich haben sie sich wirklich inzwischen an den Geschmack gewöhnt, so wie Du Dich an den von Sojajoghurts 😉
      Sehr praktisch, dass die Alnatura-Milch jetzt auch im Edeka um bei uns um die Ecke zu haben ist… Die Sojamilch bei DM meine ich hat kein zusätzliches Calcium(?) – und darum geht es mir bei Milchersatz besonders.

      Gefällt 1 Person

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